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Ausweg [PoV: Amrak Madun]
Das Gedudel einer der neuen Brick & Log Bands weckte ihn aus einem unruhigen Schlaf – die Zitadelle stand immer noch. Diese unselige Musikrichtung hatte sich gebildet, nachdem die ersten Medienberichte aus der Außenwelt eingetroffen waren. Jeder Jugendliche, der im letzten Jahr dem Irrglauben aufsaß, Musik machen zu können, hatte es mit dieser Stilart probiert. Eine Abwendung von synthetischen Sounds, zurück zu natürlichen Klängen von echten, handgefertigten Instrumenten. Sie klangen alle…-
48,4 K • Ongoing
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Chapter
Seele (7)
Seinen Körper wiederzubekommen gestaltete sich einfacher als gedacht, dafür umso ekliger. In einer Explosion violetter Flüssigkeit und Tentakelstückchen ähnlicher Pigmentierung verteilte sich der fremde Körper über den Strand. Mit einem Mal sah er die Welt nicht mehr durch die Augen des Monstrums ... sondern sah gar nichts mehr. Etwas umschloss ihn, hinderte ihn daran, sich zu bewegen – und zu atmen! Baldors Finger glitten über eine weiche Oberfläche, seine Nägel kratzten darüber.…-
48,4 K • Ongoing
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Chapter
Seele (6)
Es dauerte nicht lange, bis dem Wal das Lachen verging. Mit Baldors monströsem Körper packte er das Schweberwrack und riss es wie Algenpapier auseinander. Er schnappte mit den Tentakeln nach den Männern, bekam aber keinen zu fassen. "Schellpisse", fluchte Baldor. "Du verfügst über kein bisschen taktisches Geschick!" Im Gegensatz zu ihrem Feind. Die Männer manövrierten ihn zuerst nur aus, und als sie seine Geschwindigkeit und Reichweite einschätzen konnten, eröffneten sie das Feuer. "Geh…-
48,4 K • Ongoing
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Chapter
Seele (5)
Baldor wachte wieder auf, weil jemand an seinen Haaren zog. Wenigstens hatte er diesmal nicht das Gefühl, einen ganzen Tag verschlafen zu haben. Gedämpftes Rauschen verriet ihm, dass er sich in einem dieser Schweber befinden musste. Au! Was sollte das? Er schlug die Augen auf und sah einem der Männer in die Augen, der eben noch auf ihn zugekommen war. "Sollte das Versuchsobjekt nicht betäubt sein?" Baldor wollte protestieren, aber seine Zunge war taub und er brachte nur ein Lallen…-
48,4 K • Ongoing
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Chapter
Seele (4)
Als der Wald abrupt endete, um einer grauen Ebene Platz zu machen, wusste Baldor, dass sie sich der Stadt der Menschen näherten. Im Gegensatz zu den Straßen in der Ruine hatte hier jemand penibel darauf geachtet, dass sich kein einziges Loch darin befand. Den Horizont bildete eine weiße Linie und jenseits davon ragte ein weißer Speer gen Himmel. Im Angesicht der Mauern und des Turms fühlte er sich plötzlich winzig und unbedeutend.a "Das ist eure Stadt?" Sergej trat neben ihn. "Was dort hinten…-
48,4 K • Ongoing
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Chapter
Seele (3)
Sie erreichten den Boden, bevor einer der anderen aufwachte. "Verrat keinem, was passiert ist, besonders nicht Sergej. Bitte." In Klaras Blick war keine Spur einer Bitte zu sehen. Das Einzige, das Baldor in ihren Augen las, war die Gewissheit schlimmer Folgen, falls er doch etwas verriet. "Hat er dir etwa verboten, mit anderen Jungs auf Bäume zu klettern?" Er versuchte es mit Humor, statt eines Lächelns erntete er nur einen ernsten Blick. "Keine Ahnung. Ich mein, nicht, dass ihn das was…-
48,4 K • Ongoing
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Chapter
Seele (2)
Sie waren immer noch unterwegs, als es dämmerte. Baldor, der sonst um diese Zeit erst wieder aufstand, kam es ihm komisch vor, dass die anderen jetzt das Nachtlager aufschlagen wollten. Aber auch er war ausgelaugt und sein Körper verlangte nach Ruhe, egal was sein Verstand dazu meinte. Klara sah sich um und drückte sich zielstrebig zwischen zwei Bäumen hindurch. "Hier! Kommt her!" Baldor folgte ihr und schob die piksenden Äste mit ausgestreckten Zeigefingern von sich weg. Eine kleine Lichtung,…-
48,4 K • Ongoing
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Chapter
Seele (1)
Lichtflecke hüpften über Baldors Arm und die Tentakelhärchen warfen Schatten. So wie die Palmen am Strand seiner Privatinsel es getan hatten. Doch sehr es ihm auch gefiel, unter der Wärme dieses Sterns zu wandeln, nagten doch bereits wieder kalte Zweifel an ihm. Diese Welt schien erbarmungslos, auch seinen eigenen Bewohnern gegenüber. Jeder musste für sein eigenes Wohl kämpfen, um überleben zu können. Niemand schien wirklich frei zu sein. Egal, wohin ein Mensch ging, er entkam der Zitadelle…-
48,4 K • Ongoing
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Strohhalm [PoV: Professor Rigot]
Obwohl sich die Tür mit dem sanften Rauschen eines Windhauchs öffnete, zuckte Professor Rigot zusammen. Jedes Öffnen der Tür, mochte es noch so unhörbar anmuten, jagte ihm einen Schauer den Rücken hinunter. Sie hatten alle erdenklichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen, dennoch erwartete er, dass jeden Moment zwei Männer des Sicherheitskorps im Gleichschritt herein stapften, um ihn abzuführen. Einem ungewissen Schicksal entgegen. Nein, verbesserte er sich, das Schicksal würde sehr gewiss sein.…-
48,4 K • Ongoing
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Sammeln (5)
Das wärmende Licht der Sonnen strich über seine Tentakelhaare und Baldor streckte zufrieden die Arme aus. Endlich wieder an der Oberfläche! Sich bei Tag über diesen Planeten bewegen zu können hatte etwas Besonderes und ihm war es gerade absolut egal, ob sich seine Haut oder seine Tentakelhärchen verfärben würden. Ob es daran lag, dass es keine Nethuf mehr gab, mit denen er sich vergleichen konnte? Oder seine Freunde, mit denen er diesen Tick geteilt hatte, wahrscheinlich nicht mehr am Leben waren?…-
48,4 K • Ongoing
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Chapter
Sammeln (4)
Ohne seine schwarze Rüstung sah 'Die Faust des Calu' nur noch halb so fies aus. Ohne sie wurde er Moritz genannt, so viel hatte er verstanden. Irgend so ein Ding der Menschen, sich zu verkleiden, andere Namen anzunehmen und dann andere Menschen zu verhauen, die dasselbe taten. "Das ist eine Sache, die ich in ein paar der Dokumentarfilme gesehen habe", erklärt Ngi, der ebenso, wie Baldor abseits stand und nicht direkt an der Konversation mit Moritz beteiligt war. "Nennen sich Superhelden und bekämpfen…-
48,4 K • Ongoing
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Chapter
Sammeln (3)
Sarah wedelte mit einem blinkenden Apparat vor die Nase herum, mit Diagrammen und Zahlen, die er nicht verstand. "Alles in Ordnung, du hast nur eine Beule." Schon wieder eine. Nein, wenn er darüber nachdachte, war es nur diese eine. Baldor hatte die letzten Tage so viel abbekommen, und alles, was daran erinnerte, war eine einzelne Beule. Er verstand das nicht. Dass er seinen Arm verloren hatte, glaubte ihm in dem Zustand natürlich niemand. Sogar er selbst zweifelte gerade daran. Hatte er ihn denn…-
48,4 K • Ongoing
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Chapter
Sammeln (2)
Der Abstieg zog sich ewig hin und Baldor wurde der monotonen Inneneinrichtung langsam überdrüssig. Überall kaltes, schmuckloses Grau, fast wie das der Straße. Nur hier gab es noch nicht einmal Krater, um für etwas Abwechslung zu sorgen. Jedes Mal, wenn die Treppe eine Plattform erreichte, nur um auf der anderen Seite noch weiter in die Tiefe zu führen, fragte er sich, was das für ein bemitleidenswertes Wesen sein musste, das so tief unter der Erde hauste – unter all diesem Grau. Zu Anfang hatte…-
48,4 K • Ongoing
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Chapter
Sammeln (1)
Warum, beim Namen der verwunschenen Großen Qualle, halfen sie ihm? Baldor war verwirrt. Dieser Sergej war sogar richtig begeistert, als bestünde sein Lebenssinn nur darin, anderen zu helfen. Das Mädchen, Klara, schien auch freundlich zu sein. Die andere Frau hatte zwar auch zugestimmt, ihm zu helfen, aber ihm entging nicht, dass sie es eher tat, weil die anderen es wollten. Das entsprach mehr dem Bild, das er bisher von den Menschen hatte. Feindlich oder zurückhaltend misstrauisch. "Ich bin mir…-
48,4 K • Ongoing
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Chapter
Intervention (2) [PoV: Klara]
- Die Gegenwart - Die Spur der Fremden zog sich von der Küste bis zu den Ruinen vor der Zitadellenstadt. Es waren nicht viele, sondern nur zwei, die diesen Weg gingen. Ein abenteuerlicher Weg, wie ihr berichtet wurde. Sie waren um ein Haar einer Vetianischen Riesenechse entkommen und auf das Gebiet der Wagenbauers geflohen, die als eine der ersten Familien wieder Viehzucht außerhalb der Agrarebenen der Zitadelle betrieb. Deren Verteidigungsanlagen hätten Kleinholz aus dem Dino gemacht. Jetzt sie…-
48,4 K • Ongoing
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Chapter
Intervention (1) [PoV:Klara]
- Einige Zeit zuvor - Das monotone Piepen des ComNets riss sie aus dem Schlaf. Das Bild, wie Sergej mit hoch erhobener Faust und seinem typisch grimmigen Gesicht auf sie niedersprang und zuschlug, verblasste und machte seiner Stimme Raum, die ihr irgendetwas Wichtiges mitteilen wollte. Sie unterbrach ihn. "Du hast wieder gemordet, oder?" Das hatte ihr der Traum gezeigt, der mehr gewesen war als nur ein Traum. "Ist es dir lieber, dass die Siedler verhungern?", rechtfertigte sich Sergej verdutzt. Er…-
48,4 K • Ongoing
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Jagd [PoV: Calu]
- Eine Stunde zuvor - Der Junge, der seinen Namen vergessen hatte, lauschte den ganzen Tag darauf, was seine einstigen Freunde im ComNet zu bereden hatten. Waren wirklich Aliens auf ihrem Planeten gelandet? Das konnten nur die Vetis sein! Er knirschte bei dem Gedanken mit den Zähnen. Die Vetis hatten ihm alles genommen, was ihm jemals wichtig erschien. Eine gemeinsame Jugend mit seiner Familie, weil sie ihn in einen Eisklotz verwandelt hatten. Seinen Bruder, nachdem er ihn nach Jahren…-
48,4 K • Ongoing
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Chapter
Höhle des Löwen (4)
Baldor taumelte durch die Regalreihen und ihr Inhalt verschwamm hinter einem glasigen Tränenschirm. Eine Schmerzwelle im Unterleib ließ ihn zusammenzucken und er griff nach einem Regalbrett. Er verfehlte es, stattdessen wischte sein Arm über die Ablage und er riss den Inhalt herunter. Mit einem gedämpften Platschen landeten durchsichtige Behälter auf dem Boden. Abgepacktes Wasser. Alles war hier abgepackt. Er griff sich eine der Flaschen, zerrte am Verschluss, drehte daran, als er nicht abging, und…-
48,4 K • Ongoing
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Chapter
Höhle des Löwen (3)
Nachdem die am stärksten verfallenen Gebäude am Stadtrand sich als eher enttäuschende Nahrungslieferanten herausgestellt hatten, drangen sie tiefer ins Zentrum vor. Damit schafften sie das, was die Vegetation bereits einen Kilometer vor ihnen aufgegeben hatte. Eine graue Masse bedeckte den Raum zwischen den Gebäuden, durchsiebt von Kratern verschiedenster Größe. Ob die Menschen wohl lieber auf ihrem Mond gelebt hätten? Wenn Baldor sich die vereinzelten grünen Büschel wegdachte, die hier und da…-
48,4 K • Ongoing
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Chapter
Höhle des Löwen (2)
Sie waren schon eine Weile unterwegs, nachdem sie das zerstörte Haus hinter sich gelassen hatten, und langsam bekam Baldor richtig Hunger. Die Frage war nur, wo er etwas herbekommen sollte. Der Wald strotzte zwar nur so vor Wildleben und eigentlich waren die Nethuf auch Allesfresser, aber er konnte sich nicht vorstellen, sich auf das Niveau seiner Urahnen hinab zu begeben und es selber zu jagen. Das war einfach eklig, allein schon der Gedanke daran, dass er den Tieren das Fell abziehen und sie…-
48,4 K • Ongoing
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